Weihnachtszeit – Zeit für Familienstreit

Ich hoffe, Sie haben die Weihnachtstage mit Ihren Lieben gut verlebt und friedvolle Festtage gefeiert.

Dies ist aber nicht immer selbstverständlich. So berichtet die Polizei von besonders vielen Familienstreitigkeiten, die am Heiligabend handgreiflich werden und das Eingreifen der Ordnungshüter erfordern. Sicher haben Sie auch schon von Feiern gehört, die keinen erfreulichen Verlauf genommen haben.

Ich habe dazu folgende Gedanken:

Wir alle haben das Bild eines perfekten Weihnachtsfestes in uns. Dies wird meist gespeist durch eine idealisierte Vorstellung von den Festen unserer Kinderzeit. Vermutlich können sich Viele wirklich als Kinder mehr und reiner freuen, denn als Erwachsene. Darüber hinaus ist aber durch Studien belegt, dass der Rückblick auf Situationen in der Vergangenheit oft positiver ausfällt als das Erleben in der Situation selbst. Ein Hauptgrund ist, dass wir uns oft kleinerer Störungen und Ärgerlichkeiten nicht mehr erinnern. So erstrahlt das Bild von Weihnachten rein und klar.

Durch die lange Vorbereitung auf das Weihnachtsfest mit dem Einkaufen, dem Dekorieren der Wohnung und den Weihnachtsfeiern in verschiedenen Kreisen wird darüber eine hohe Erwartungshaltung geweckt. Die Realität kann an dieser Erwartung eigentlich nur scheitern. In einer solchen Situation genügen schon kleine Störungen, um das Gegenüber als den Schuldigen daran auszumachen, dass das Fest nicht so schön ist wie imaginiert.

Die Reaktion auf diese wahrgenommene Störung  bietet dann dem Gegenüber die Gelegenheit zu einer spiegelverkehrten Deutung der Situation. Damit ist die Grundlage für einen zünftigen Streit gelegt, die durch den Ärger ausgerechnet Weihnachten versaut zu bekommen, noch zusätzlich Nahrung bekommt.

Dazu sitzen viele Familien normalerweise nicht über viele Stunden zusammen und reden miteinander. Auch wenn ich viele Gespräche für wünschenswert halte, finden sie in der Realität oft nicht statt. Damit ist für zusätzlichen Zündstoff gesorgt.

Mein Rat: Richten Sie Feiern nach dem aus, was Sie für richtig, angenehm und passend halten, nicht an dem von dem Sie glauben, dass man es so macht. Damit ist die Grundlage für eine schöne und entspannte Feier gelegt.

Ich hoffe, Sie haben meinen Rat nicht benötigt und ein frohes Fest nach Ihren Wünschen gefeiert. Ansonsten: Der Hinweis kann auch für die nächste Feier noch hilfreich sein.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein frohes Fest!

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